Mai 1, 2026

Ostern in der Pfarre Münichreith im 18. Jahrhundert – Zwei tragische Einblicke

Das Osterfest, das Fest der Auferstehung Jesu Christi, wird von Gläubigen weltweit als ein Höhepunkt im kirchlichen Kalender gefeiert. Es ist eine Zeit der Freude, des Neubeginns und der Hoffnung. Doch in der kleinen Pfarrgemeinde Münichreith im 18. Jahrhundert treten zwei Ereignisse ein, die die Festlichkeiten in einen Schleier der Tragik hüllen, und das trotz der feierlichen Verrichtung der österlichen Beichte durch die Betroffenen.

Ostern im Jahr 1753

Ostern steht bevor – der Ostersonntag in diesem Jahr fällt auf den 22. April 1753

Das Jahr 1753 sollte für Johann Kloimillner, einen Wirt aus Obererla 2 – das heutige Gasthaus Schachenhofer – ein besonderes Osterfest bringen. Wie viele andere Gläubige begibt er sich zur österlichen Beichte, um sich auf das bevorstehende Fest vorzubereiten. Doch das Schicksal hat andere Pläne für ihn. Am 12. April 1753 begibt sich Johann Kloibmillner zur Beichte, nur um zwei Tage später, am 14. April 1753, auf dem Friedhof in Münichreith beerdigt zu werden. Das Kirchenbuch verzeichnet seinen tragischen Tod wie folgt:

„Wirt zu Obererla, welcher 2 Tage vorher die österliche Beichte verrichtet, darauf in der Steiner Saag zu Edelsreith augenblicklich erdrückt worden.“

Quelle: Pfarre Münichreith/Ostrong, Sterbebuch 1700-1784, TOM 03/01, S.92

Die Freude des Osterfestes wird für Johann Kloimillner und seine Familie durch eine unvorhergesehene Tragödie zunichtegemacht.

Ostern im Jahr 1757

Dieses mal fällt der Ostersonntag auf den 10. April 1757.

Vier Jahre später also wiederholt sich das tragische Szenario in der Pfarrgemeinde Münichreith. Johann Gerersdorfer aus Grub bei Edelsreith begibt sich ebenfalls zur österlichen Beichte, um sich für das bevorstehende Fest vorzubereiten. Doch wie zuvor endet sein Leben abrupt und tragisch. Am 5. April 1757 geht Johann Gerersdorfer zur Beichte, nur um zwei Tage später, am 7. April 1757, auf dem Friedhof in Münichreith seine letzte Ruhe zu finden. Das Kirchenbuch berichtet über sein Schicksal:

„welcher 2 Tage vorher seine österliche Beichte verrichtet, dernach in der Steina Saag zu Edelsreith gerödert wird.“

Quelle: Pfarre Münichreith/Ostrong, Sterbebuch 1700-1784, TOM 03/01, S.95

Auch für Johann Gerersdorfer und seine Angehörigen sollte das Osterfest von Trauer und Verlust überschattet sein.

Die Tragödien von Johann Kloimillner und Johann Gerersdorfer werfen einen düsteren Schleier über die Feierlichkeiten des Osterfestes in der Pfarre Münichreith im 18. Jahrhundert. Trotz des spirituellen Vorbereitens durch die österliche Beichte enden ihre Leben auf tragische Weise, und das zu einer Zeit, die eigentlich von Freude und Hoffnung erfüllt sein sollte.

Mögen diese Ereignisse uns daran erinnern, wie kostbar das Leben ist und wie schnell es vergehen kann, selbst in den festlichsten Zeiten des Jahres.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein frohes Osterfest 2024!

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