Vermutlich kennt jeder aus Münichreith die Ruine Weißenberg, die auf einem mittlerweile bewaldetem Berg südlich von Münichreith liegt. Ruine ist vielleicht etwas übertrieben. Eigentlich handelt es sich um Reste einer Turmmauer die dort zu besichtigen sind.


Bereits um 1600 war das Schloß komplett verfallen und wurde zu dieser Zeit von Hans Prokh von Ditmannsdorf neu aufgebaut.
Ein Kupferstich von Georg Matthäus Vischer aus dem Jahr 1672 zeigt, dass das Schloss zu dieser Zeit offenbar noch bewohnbar war.

Weißenberg verfiel, als später die Herrschaftskanzlei nach Marbach verlegt wurde. Eine Sage bzw. ein Gedicht erzählt von der Schürzenfrau vom Ostrong – und so auch von Weißenberg:

Wer nicht über Luft der Augen
Sieg und Herrschaft kann gewinnen,
Wird im Leben wenig taugen,
kann selbst Todten schlecht nur dienen.
Wo in fühlen, reinen Lüften
Sich des Ostrangs Rücken dehnet,
Stand, umweht von Waldesdüften,
WEISSENBERG, die alte Feste.
Von dem Hügel, den sie krönte,
Blickt ein Mauerbogen nieder,
Einsam sing ihm unter Fichten
Fink und Amsel Trauerlieder.
Längst schon hat die Zeit verschlungen
Schloß und Troß; nur eine Sage
Hat sich noch hindurch gerungen
Bis in unsre späten Tage.
Büßend mußte nach dem Sterben
eine Burgfrau da noch wallen
weil sie, grollend armen Erben,
Ihr geschmeide tief vergraben.
Heimwärts aus der Fremde! : Lieder und Reime / von Paul Renk