{"id":559,"date":"2024-12-06T07:39:48","date_gmt":"2024-12-06T06:39:48","guid":{"rendered":"https:\/\/stammbaum.payreder.com\/forscherblog\/?p=559"},"modified":"2024-12-06T07:45:02","modified_gmt":"2024-12-06T06:45:02","slug":"nicht-immer-ist-der-nikolaustag-ein-freudiges-ereignis-die-schreckliche-geschichte-meines-ururgrossonkels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stammbaum.payreder.com\/forscherblog\/nicht-immer-ist-der-nikolaustag-ein-freudiges-ereignis-die-schreckliche-geschichte-meines-ururgrossonkels\/","title":{"rendered":"Nicht immer ist der Nikolaustag ein freudiges Ereignis &#8211; Die schreckliche Geschichte meines Ururgro\u00dfonkels"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. <strong>Einleitung: Ein d\u00fcsteres Kapitel der Geschichte Himbergs<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Am 7. Dezember 1868 ersch\u00fcttert ein schrecklicher Mord das kleine Dorf Himberg bei Spitz an der Donau. Ein achtj\u00e4hriger Junge wird brutal get\u00f6tet \u2013 nicht etwa von einem Unbekannten, sondern von einem 18-j\u00e4hrigen Schneidergesellen, getrieben von Habgier. Dieser Artikel beleuchtet die Hintergr\u00fcnde, das Verbrechen und die Auswirkungen dieses tragischen Vorfalls.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. <strong>Der Tatort: Himberg und seine Umgebung im Jahr 1868<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Himberg, ein ruhiges Dorf umgeben von dichten W\u00e4ldern und h\u00fcgeligen Landschaften, scheint im 19. Jahrhundert ein Ort zu sein, an dem das Leben langsam und friedlich verl\u00e4uft. Das Dorf geh\u00f6rt zur Gemeinde Dunkelsteinerwald und zum Bezirksgericht Spitz, einem Verwaltungsbezirk, der f\u00fcr seine l\u00e4ndliche Beschaulichkeit bekannt ist. Doch die Abgeschiedenheit macht den Ort nicht weniger anf\u00e4llig f\u00fcr schockierende Ereignisse.<\/p>\n\n\n\n<p>Die H\u00fcgel und W\u00e4lder,  werden zum Schauplatz eines grausamen Verbrechens, das die Dorfgemeinschaft ersch\u00fcttert und bis heute in die Chronik der regionalen Geschichte eingegangen ist.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3. <strong>Die Vorgeschichte: Der Weg des jungen Josef Schipali<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Es ist ein kalter Nachmittag am Sonntag, dem 6. Dezember 1868. Josef Schipali, ein aufgeweckter achtj\u00e4hriger Junge, wird von seinem Vater mit einer einfachen Aufgabe betraut: Er soll nach Gro\u00df-Heinrichschlag gehen, nur eine Viertelstunde entfernt, um eine Unschlittkerze zu besorgen. Als Belohnung darf er sich um einen Kreuzer Bernzucker kaufen, den er mit einem Silbersechser bezahlen soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Sechser in der Tasche macht sich Josef auf den Weg, ahnungslos, dass ihm bald das Leben genommen wird. Seine Begegnung mit B. Hoferek, einem jungen Mann, der erst k\u00fcrzlich aus der Strafanstalt entlassen wurde, wird ihm zum Verh\u00e4ngnis.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4. <strong>Das Verbrechen: Die grausamen Details des Mordes<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Hoferek begegnet Josef auf dem Weg und erf\u00e4hrt von dem Silbersechser in dessen Tasche. Gierig und ohne Skrupel schmiedet er einen teuflischen Plan. Er erz\u00e4hlt Josef, der &#8222;Nikolo&#8220; sei unterwegs und deutet auf ein entferntes Fuhrwerk. Aus Angst folgt der Junge Hoferek auf einen abgelegenen H\u00fcgel namens &#8222;Hofriedl&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier schl\u00e4gt Hoferek zu. Er fordert das Geld, doch Josef weigert sich. Hoferek \u00fcberw\u00e4ltigt den Jungen, dr\u00fcckt ihn zu Boden, stranguliert ihn mit einem Halstuch und f\u00fcgt ihm mit einem Stein eine t\u00f6dliche Kopfverletzung zu. Nachdem er den Sechser gestohlen hat, verl\u00e4sst er den Tatort und kauft sich Tabak. Der kleine Josef bleibt allein im kalten Wintertod zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">5. <strong>Der T\u00e4ter: Hoferek und sein Hintergrund<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Hoferek ist ein Produkt widriger Umst\u00e4nde. Geboren als uneheliches Kind einer Dienstmagd, w\u00e4chst er ohne feste Wurzeln auf. Geboren wird er im Findelhaus in Wien, bevor er bei Zieheltern in Gschwendt unterkommt. Bereits in jungen Jahren begeht er Diebst\u00e4hle, f\u00fcr die er mehrfach verurteilt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine Entlassung aus der Strafanstalt erfolgt nur wenige Wochen vor dem Mord. Hoferek ist nicht nur ein T\u00e4ter, sondern auch ein Symbol f\u00fcr die damalige soziale Verwahrlosung der Zeit.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">6. <strong>Die Ermittlungen: Die Suche nach dem M\u00f6rder<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Als Josef bis zum Abend nicht nach Hause kommt, suchen die Dorfbewohner fieberhaft nach ihm. Hoferek selbst beteiligt sich an den Nachforschungen und gibt vor, nichts zu wissen. Erst unter Druck des \u00f6rtlichen Gastwirts f\u00fchrt er die Suchenden zu dem Ort, an dem die Leiche des Jungen liegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Untersuchung des Mordes bringt grausame Details ans Licht. Hoferek gesteht schlie\u00dflich die Tat, die er f\u00fcr einen einzigen Silbersechser beging \u2013 ein Verbrechen, das die Dorfgemeinschaft fassungslos zur\u00fcckl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">7. <strong>Die Reaktionen der \u00d6ffentlichkeit und der Nachwelt<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Zeitungen berichten \u00fcber den grausamen Mord, und das jugendliche Alter von T\u00e4ter und Opfer sorgt f\u00fcr Emp\u00f6rung und Trauer.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Jahrzehnte sp\u00e4ter bleibt der Mord in Himberg ein Mahnmal daf\u00fcr, wie Armut und Vernachl\u00e4ssigung Menschen in die Abgr\u00fcnde der Kriminalit\u00e4t treiben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">8. <strong>Schlussfolgerung: Ein Blick auf die gesellschaftlichen Lehren<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Der Mord an Josef Schipali ist mehr als eine grausame Tat. Er ist ein Fenster in die sozialen und gesellschaftlichen Probleme des 19. Jahrhunderts. Er zeigt, wie sehr Menschen von ihrem Umfeld gepr\u00e4gt werden und welche Rolle Armut, fehlende Bildung und mangelnde soziale Unterst\u00fctzung bei der Entstehung von Verbrechen spielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte mahnt uns, die Schw\u00e4chsten in der Gesellschaft nicht zu vergessen und ihnen Chancen f\u00fcr ein besseres Leben zu bieten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Quellen: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Gemeinde-Zeitung: unabh\u00e4ngiges politisches Journal, Mi, 16. Dezember 1868, Seite 5, &#8222;ANNO\/\u00d6sterreichische Nationalbibliothek&#8220;, online unter: <a href=\"https:\/\/anno.onb.ac.at\/cgi-content\/anno?aid=gem&amp;datum=18681216&amp;seite=5\">https:\/\/anno.onb.ac.at\/cgi-content\/anno?aid=gem&amp;datum=18681216&amp;seite=5<\/a>, letzter Aufruf: 6.12.2024<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Linzer Abendbote: Zeitschrift f\u00fcr Stadt und Land, Fr, 11. Dezember 1868, Seite 3, &#8222;ANNO\/\u00d6sterreichische Nationalbibliothek&#8220;, online unter: <a href=\"https:\/\/anno.onb.ac.at\/cgi-content\/anno?aid=ote&amp;datum=18681211&amp;seite=3\">https:\/\/anno.onb.ac.at\/cgi-content\/anno?aid=ote&amp;datum=18681211&amp;seite=3<\/a>, letzter Aufruf: 6.12.2024<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bild KI generiert<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":561,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mo_disable_npp":"","footnotes":""},"categories":[4],"tags":[6,43],"class_list":["post-559","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichten-aus-meiner-ahnenforschung","tag-ahnenforschung","tag-himberg"],"cc_featured_image_caption":{"caption_text":false,"source_text":false,"source_url":false},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stammbaum.payreder.com\/forscherblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/559","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/stammbaum.payreder.com\/forscherblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/stammbaum.payreder.com\/forscherblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stammbaum.payreder.com\/forscherblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stammbaum.payreder.com\/forscherblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=559"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/stammbaum.payreder.com\/forscherblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/559\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":575,"href":"https:\/\/stammbaum.payreder.com\/forscherblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/559\/revisions\/575"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stammbaum.payreder.com\/forscherblog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/561"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stammbaum.payreder.com\/forscherblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=559"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/stammbaum.payreder.com\/forscherblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=559"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/stammbaum.payreder.com\/forscherblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=559"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}