Ein unglaublicher Brand breitet sich 1893 auf den gesamten Ort Mayerhofen aus. Pfarrer Kroissmayr schreibt in die Pfarrchronik:
„Am 23. Sept. 1893 brannten im Dorfe Maierhofen 8 Häuser ab. N. 4. 5, 6. 7. 8. 9. 10. 12. – Nr-11, das Halterhausel wurde nicht mehr aufgebaut.“
Pfarrchronik Münichreith

Die Zeitung Feuerwehr-Signale schreibt am 5.10.1893:
„Ein großes Schadenfeuer legte den unweit von Münichreith gelegenen Ort Maierhofen in der kurzen Zeit von einer halben Stunde bis auf vier Häuser vollständig in Asche. Das Feuer brauch mitten im Orte aus und verbreitete sich mit rasender Schnelligkeit nach allen Seiten. Neun Häuser sind lichterloh ausgebrannt, von vielen der Dachstuhl; von den Nebengebäuden, in welchen sich die ganze Ernte befand, ist gar nichts übrig geblieben. Viele Pferde, Kühe und Schweine sind in den Flammen umgekommen. Da die Leute auf dem Felde waren, als der Brand wüthete, so retteten die Bewohner nichts als das Leben aus den rauchenden Flammen. Viele Familien campiren im Freien, das Elend und der Jammer sind grenzenlos. Die Feuerwehren der Umgebung und jene von Münichreith, Neukirchen, Laimbach, Würnsdorf und Pöggstall, welche mit großem Wassermangel zu kämpfen hatten, arbeiteten mit wahrer Todesverachtung. Eine Wöchnerin wurde sammt ihrem Kinde mit Lebensgefahr aus der Flammenherde gerettet.
Feuerwehr-Signale 5.10.1893

Ein Blick ins Taufbuch von Münichreith lässt vermuten, dass es sich bei der Wöchnerin um Maria Kummer aus Mayerhofen Nr. 8 handeln muss. Auch dieses Haus ist vollständig abgebrannt und sie war in der Zeit die einzige Wöchnerin in Mayerhofen.
Ihre Tochter Theresia wurde am 14.9.1893 geboren

Die Beiden wurden gerettet und fanden in der Zeit des Wiederaufbaus ihres Hauses in der Burghartsmühle Unterschlupf, wo Theresia am 25.9.1893 – also kurz nach dem Brand – im Alter von nur 11 Tagen starb.
